bullet2 3.3 G2-Durchbruch

Zu seinem Weg meinte Beria am Ende seiner Vorlesung: „Erschaffen Sie Chaos mit Psychopolitik. Machen Sie eine Nation führerlos. Töten Sie unsere Feinde, und bringen Sie der Erde den grössten Frieden, den die Menschheit je erfahren hat. Herzlichen Dank.“ Er hätte seine Freude auch am Zustand der Schweiz 2003, nicht zu sprechen vom Rest der Welt: Schweizer Politiker mobben ihre lösungsorientiert Bürger und hofieren, von Abzockern begleitet, Kim Jong Ils perverser Diktatur in Nordkorea...

Kann im Netz tatsächlich so etwas wie eine ideale Diskursgemeinschaft entstehen? Oder setzt man damit einfach Individuen dem Gruppengeist aus, bis sie sich davon psychopolitisch erschöpft, vereinnahmen lassen?

Aber statt in Phantasien über Cyborgs und "virtual love" zu schwelgen, sollte gefragt werden, warum denn menschliche Wesen neu erfunden werden müssen. Warum, und wie. Vor allem, was ist diesbezüglich von der sich real entwickelnden Informationsgesellschaft zu erwarten? Nicht einmal die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen, so Siegert, ist bekanntlich ein Ort der freien Zirkulation von heiligen Botschaften, sondern im strikten Sinn des Wortes "in-formiert" – in bestimmte Formen gezwungen durch Dogma und kuriale Regulierung.  Ähnlich neigt die Feier der Einheit der Gleichen im Netz dazu, vergessen zu lassen, dass die ersten Netzwerke für militärische Zwecke eingerichtet wurden. Und auch dann, wenn dieselbe Technologie für friedliche Zwecke genutzt wird, bleibt zu fragen, welches Monopol die Zugänge und Verbindungen im Netz regelt, dergestalt, dass so etwas wie eine ideale Diskursgemeinschaft im Netz  entstehen kann.

Dazu Siegert: "Die Administration des Netzwerks des Internets funktioniert so ziemlich nach dem Modell der Administration der mittelalterlichen Christianitas. Ein Archiv enthält die RCFs, ein wahrer corpus iuris communicationis. RFCs – Requests for Comments – definieren das interne Arbeiten des Internet und haben durchaus Ähnlichkeiten mit der mittelalterlichen Institution des Kommentars. Erhält ein RFC den Status "required", ist es zum Gesetz geworden. Es wird mit der Autorität des höchsten Standardisierungsgrades ausgestattet, das heisst, es ist für alle Teilnehmer im Netz vorgeschrieben. " Die Freunde des Cyberspace reden von Kommunikation, die (militärischen) Erfinder der Netze dagegen von Geschwindigkeit.  

Technikfolgenabschätzung: Es ist also die Autorität des "host", des Netzknotens, über den man sich einloggt, die für die virtuelle Gleichheit derer sorgt, die über das Netz kommunizieren wollen. Das Wort "host"  meint nicht nur den Gastgeber, sondern auch den Feind, und Siegert zieht daraus seine Schlüsse: "Der Gastgeber, der dich zu einer Community einlädt, ist ein Feind; und die Verwandlung von Worten am Bildschirm in Fleisch, die "Interneteucharistie", geschieht nicht...für dich, den user, sondern für die anderen - immer mehr die Spammer. Der Wunsch, auf schnellste Weise zu kommunizieren, der uns bewegt, "on line" zu sein, untersteht so, ohne dass wir es merken, dem Begehren eines anderen.

Dort, wo die die humanistischen Freunde des Cyberspace von Kommunikation reden, geht es, von den Erfindern der Netze her, um Geschwindigkeit – Geschwindigkeit als militärische Notwendigkeit und Strategie. Diese Tatsache erklärt, warum Mail-Boxen und Electronic Mail zu den meistbenutzen Technologien gehören – und wahrscheinlich auch die beklemmende Tatsache, dass es ausgerechnet die rechtsextreme Konspiration und Terroristen sind, die sich hierzulande mit Erfolg der Datennetze bedienen. An diesem Beispiel liesse sich auch darüber nachdenken, ob alte Modelle der Technologiebewertung oder "Technikfolgenabschätzung" noch weiterhelfen. Es ist nämlich nicht einfach so, dass die Technologien, "für sich genommen", neutral und inhaltsleer sind, und zu guten oder schlechten Zwecken eingesetzt werden.

Die Technologien, sobald sie in Gebrauch sind, verändern die Gewohnheiten ihrer Benutzer und ihre Umwelt. Die Wunder der Teletechnologien machen blind dafür, dass die Probleme noch immer darin gründen, dass wir nicht gelernt haben, mit unserer leibhaften Daseinsweise zurechtzukommen. Die Geschichte des nicht bewältigten Rassismus, Nationalismus und Sexismus bestätigt diese Vermutung und bilden heute weitergehende Ansätze für Psychopolitik in des Kaisers Neuen Kleidern als je...

So sind mittlerweile fast alle Humansysteme in ein- und vielfältige, weitgehend entkoppelte, pseudoselbständige und selbstreferentielle Interaktionssysteme ohne Bezug zu einem übergeordneten Ganzen (bis hin zur UNO, NATO, EU) zerfallen. Da es nun erkennbar zutrifft, dass solche an sich geschlossenen Systeme selbstzerstörend sind, dann ist es höchste Zeit zu fragen, was diese Art der so genannten, schön geredeten „systemischen Differenzierung“ für den einzelnen Menschen im Umgang mit sich, den Menschen und den Dingen bedeutet: Die Verdammung von ihrer Lebenserfüllung, das ultimative Ziel der Psychopolitik!

Man  hat das Paradoxon des Individualismus als Norm und als Methode als Grundlage der Rational Choice-Theorie und dies als die der Wirtschaftswissenschaft eingeführt. Mittlerweile ist letztere auch die Basis unseres heutigen und hiesigen Menschen- und Gesellschaftsverständnisses bzw. der sozialdarwinistischen Überredungskunst geworden. Damit ist die zuerst einmal bloss plausible Hypothese, dass eine Gesellschaft freier Individuen nur als systemisch gegliederte Gesellschaft geordnet werden könne, zum Dogma geworden. Für diese Hypothese spricht zwar die Tautologie, dass der Zerfall der einen Gesellschaft in eine Vielzahl beliebiger Interaktionssysteme zeitgleich mit der Heraufkunft des Individualismus als Norm zu beobachten war. Weiter spricht für diese Hypothese auch, dass es keine individualistisch-liberale Gesellschaft zu geben scheint, die nicht systemisch differenziert ist.

Im Klartext, der Schein hat den Beweis im Hinblick auf die erstrebenswerte Nachhaltigkeit ersetzt, womit jede Wissensarbeit zur blossen Überzeugungskunst#0 degeneriert! Umgekehrt zeichnen sich damit - so weit man sehen kann - alle systemisch nichtdifferenzierten Gesellschaften durch ihre nichtliberale, kollektivistisch-organizistische Ausrichtung als primitive Vorstufen der jetzigen, sich immer schneller und globaler selbstzerstörenden Mentalität aus - gemäss der vorherrschenden Pre-Trans-Trap werden dann "selbstverständlich" auch Lösungen wie als etwas Primitives abgehandelt...

So zielt die Wettbewerbspolitik etwa über weite Strecken darauf ab, die Kosten der Abwanderung aus der Pre-Trans-Trap, der als für einem schlecht empfundenen Umwelten zu senken und damit die Erfolgsaussichten anderer, noch unbekannten zu erhöhen. Gleiches gilt für den föderalen Aufbau des Staates in unterschiedliche Kollektive (Länder, Kantone, Staaten), zwischen denen die Bürger wandern und so dem Zwang entweichen können. Damit geht jedoch eine immer unsinniger werdende Mobilität einher, die immer mehr kostet, und immer mehr Opfer fordert, Tote und Verwundetet, den Wald, die Ozonschicht, den Treibhauseffekt, Kriege um Öl, letztlich den Lebensraum Erde und das nur, um das Grundübel zu globalisieren...

Es ist eine plausible Hypothese, dass Gesetze, die in Inhalt und Richtung sehr weit über die sozial geltenden Normen – die eben von der bisherigen Wettbewerbspolitik psychopolitisch geprägt ist - hinausragen, nicht angewandt werden können; die beliebigen Individualaktoren dagegen sind viel stärker als die notwendigen, personen-neutralen Kollektivaktoren dafür. Beide unterliegen einer gegensätzlichen Eigendynamik, weshalb im Streitfall sich bisher das Kollektiv mit seinem Machtmonopol letztlich immer gegen das lösungsorientierte Individuum durchgesetzt hat.

Damit wird Politik aber immer eine Individuum pre-trans-trappende, gegen die Lebenserfüllung gerichtete Psychopolitik! Erst wenn die individuelle Nachfrage nach sozialen Normen auf aus Einsicht in unverfügbare Zusammenhänge auf freiwillige Vereinbarungen statt Zwang hinausläuft, kann der Einzelne erstrebenswert ein Teil seiner Kontrolle über sein Tun und Lassen an dafür Kompetentere abgeben, ohne Missbrauch befürchten zu müssen. Dem steht der postnormale Zerfall des gesellschaftlichen Beziehungsgeflechtes entgegen und damit funktioniert die soziale Kontrolle immer weniger erstrebenswert.

Wo gesellschaftlich wirklich relevante, d.h. von den meisten Teilnehmers in ihrem Sinn im Hinblick auf ihre Lebenserfüllung verstandene und anerkannte Normen und deren Einhaltung für die Bereitstellung von entsprechenden Kollektivgüter – letztlich lebenserfüllenden Plattformen - nicht gewährleistet werden kann, muss auf mensch-gemachte Gesetze – zum Preis entsprechender Systeme mit selbstzerstörerischer Eigendynamik zurückgegriffen werden! Der damit verbundene gesetzliche Zwang beeinträchtigt aber meist jenen sozialen Beziehungs-zusammenhang, der die effiziente Durchsetzung von sozialen Normen erlauben würde. Damit wird dann, was psychopolitisch als Lösung propagiert wird letztlich zum Hauptproblem! Das geht dann in totalitären Systemen soweit, dass ihre Zwäng die Voraussetzungen seiner eigenen Notwendigkeit schafft. Dafür schaffen dann kollektive Systeme die Bedingungen erstrebenswerter gesellschaftlichen Kontrolle; genügend lebenserfüllende Zweierbeziehungen, ab.

Wir können demnach vorerst festhalten, dass das Defizit von Verstehen notwendiger normativer Regelung als Denkkatastrophe die Notwendigkeit gesetzlicher Ordnung begründet, was in Humankatastrophen zur heute global möglichen Selbstzerstörung führt.

Es ist nur der einzelne Mensch, soweit er ein Gewissen hat und berücksichtigt, das nicht einfach seiner gesellschaftlicher Konditionierung entspricht, der diesen irrelaen kollektiven Drang in den Abgrund aufhalten kann. In Verkennung dieser Tatsache hat Sigmund Freud dem Individuum den Todestrieb unterschoben – was nur für die kollektivierte Masse zutrifft, statt ihn im selbst-referentiellen, gewissenlosen Kollektiv zu identifizieren. Bereits der 1. Weltkrieg hätte uns eines besseren belehren können – ja er wäre wie die nachfolgenden Krieg mit einer der Lebenserfüllung möglichst vieler statt der Psychopolitik dienenden Psychologie vermeidbar gewesen!

Der reelle Mensch hat eben nicht nur ein Befriedigung seiner Bedürfnisse im Sinn, sondern darüber hinaus die eigene Lebenserfüllung. Sein Gewissen wirkt dafür in Richtung auf eine erhöhte Vorhersehbarkeit des eigenen Verhaltens. Doch hat sich der Einzelne einmal in einem gesellschaftlichen Rahmen festgelegt, so mag es für ihn zu aufwändig sein, ihn zu überwinden; man kann eben nicht Gott und von Mammon einen Return on Investment erwarten!

Eine gängige Meinung geht in der öffentlichen Diskussion dahin, dass es reicht, bei den Gesellschaftsmitgliedern ein positives Umweltbewusstsein zu schaffen, um auch schon ein umweltfreundliches Verhalten der Gesellschaft zu bewirken. Entfernt sich ein Einzelner zu sehr von den gesellschaftlich als positiv angesehen, bzw. für versteckte Absichte schön geredeten Vorstellungen, so läuft er Gefahr, sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs auszuschliessen; damit wird er nicht mehr ernst genommen und verliert für andere seine Identität. Dagegen wird uns psychopolitisch eingeprägt, wir leben als individuelles Selbst nicht etwa in der Schöpfung in Verantwortung gegenüber unserem Schöpfer, sondern in dieser Welt in dieser unserer Gesellschaft. Ausserhalb deren Pre-Trans-Trap sei es für den Menschen nicht möglich, eine individuelle Identität zu haben, wo man doch in Tat und Wahrheit darin keine hat:

Es ist das individuelle Selbst des reellen Menschen, das sich in der Gesellschaft definiert, doch ist deren dafür offene Pre-Trans-Trap selbst ein gesellschaftliches Phänomen mit einer selbstzerstörerischen Eigendynamik, die mit unserem Lebenserfüllungsprinzip nicht das Geringste zu tun hat - damit geht es um den Durchbruch aus dem sonst unvermeidlichen Zusammenbruch!

konstruktives G2-Interface für Zürich

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